Liebe Leserin, lieber Leser,
in meiner täglichen Arbeit erlebe ich immer wieder, wie verletzlich und gleichzeitig mutig meine Klienten sind. Menschen, die Gewalt oder Trauma erfahren haben, tragen tiefe Wunden. In diesen Momenten wird mir klar: Kein einzelner Mensch und keine Institution kann diesem komplexen Bedarf allein gerecht werden.
Wenn die Zusammenarbeit gelingt, spüren meine Klienten sofort Entlastung. Sie müssen ihre Geschichte nicht ständig neu erzählen und fühlen sich in einer überwältigenden Situation getragen. Ein funktionierendes Netzwerk gibt ihnen ein Stück Würde zurück. Ministerialrat Jan Holzner, Leiter der Geschäftsstelle des Opferbeauftragten, bringt die Notwendigkeit dieser Verbindung treffend auf den Punkt:
„Wirksamer Opferschutz beginnt mit einem starken, interdisziplinären Netzwerk. Ganz im Sinne des 3-K-Prinzips: In Krisen Köpfe kennen. Nur durch eine verbindliche Kooperation aller handelnden Akteure wird aus formalen Zuständigkeiten echte Verantwortungsübernahme.“
Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist für mich kein „Zusatz“, sondern der Kern guter Unterstützung. Damit diese Kooperation gelingt, braucht sie bewusstes Engagement und den Raum, voneinander zu lernen.
Genau deshalb lade ich Sie herzlich zu unserem Fachtag ein. Lassen Sie uns gemeinsam das Verständnis füreinander vertiefen und die Netzwerke stärken, die für unsere Klienten so entscheidend sind. Es ist oft der Unterschied zwischen einem Stückwerk an Hilfe und einem wirklich tragfähigen Weg zurück ins Leben.
Neben dem Fachtag erwarten Sie im Verlauf dieses Newsletters weitere Seminarangebote, die Sie in Ihrer wichtigen Arbeit unterstützen können.
Es grüßt Sie herzlich
Ingrid Steck mit dem Team der Seehaus Akademie